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Die Rolle der Krankenkassen in der Psychotherapie

Gesetzliche Krankenkassen

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in einem gewissen Rahmen die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung nach vorheriger Prüfung. Sie zahlen in der Regel für die drei Therapierichtungen (Richtlinienverfahren):

  • analytische Psychotherapie (Psychoanalyse)
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Unter bestimmten Bedingungen werden auch die Kosten für übende und suggestive Techniken übernommen. Dazu gehören beispielsweise die Hypnose oder autogenes Training.

Nicht erstattet werden Kosten für Paartherapie, Familientherapie oder Erziehungsberatung. Diese Verfahren unterliegen nicht der Heilkunst, sondern gelten als Lebensberatung.

Zwei wichtige Bedingungen gibt es zu beachten:

  • Der Psychotherapeut muss eine Kassenzulassung haben.
  • Beim Patienten muss eine psychische Störung mit Krankheitswert (z. B. Depressionen, Angstzustände, Zwangsstörungen) vorliegen. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Um den richtigen Therapeuten zu finden, sollte man auf jeden Fall zunächst Probesitzungen vereinbaren. Wichtige Voraussetzungen für einen Behandlungserfolg sind ein positives und vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem Patienten und dem Psychotherapeuten. Der Patient muss sich gut aufgehoben fühlen. Nach fünf Probesitzungen (bei der Psychoanalyse bis zu acht) muss man sich entscheiden, ob man den Therapeuten wechseln will. Von der Krankenkasse bewilligte Stunden sind später nicht auf einen anderen Therapeuten übertragbar. In diesem Fall muss der Patient einen neuen Antrag auf Bewilligung stellen.

In bestimmten Fällen können auch Kassenpatienten einen freiberuflichen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Wenn zum Beispiel die Wartezeit auf einen Therapieplatz unzumutbar lang ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung auch dann, wenn der Psychotherapeut keine Kassenzulassung hat. In diesen Fällen stellt der Psychotherapeut dem Patienten die Kosten der Therapie in Rechnung. Dieser reicht die Rechnung bei seiner Krankenkasse ein, die dann die Kosten erstattet (Kostenerstattungsverfahren). Gleiches gilt auch für „psychotherapeutisch unterversorgte“ Regionen, in denen die Versorgung durch ärztliche und psychologische Therapeuten mit Kassenzulassung nicht sichergestellt werden kann.

Private Krankenkassen

Fast alle privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung. Entscheidend ist dabei, welchen Vertrag man mit der privaten Krankenkasse geschlossen hat. Deshalb sollten Privatversicherte immer erst mit ihrer Krankenkasse sprechen, welche Verfahren im Bedarfsfall übernommen werden und welche Richtlinien für eine Therapie zu beachten sind.

Damit die Kassen die Kosten übernehmen, muss der Therapeut zudem in einem der sogenannten Richtlinienverfahren (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder psychoanalytische Therapie) ausgebildet sein.

Die Höhe des Honorars für Privatversicherte wird durch die Gebührenordnung für Ärzte bzw. die Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geregelt.

Selbstzahler

Sie können die Psychotherapie auch selbst bezahlen. Die Kosten richten sich dann ebenfalls nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Eine Antragsstellung bei einem Kostenträger entfällt.


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